Gedanken zum Tag — 25. Dezember 2021, Weih­nachten — Hoch­fest der Geburt des Herrn

Liebe Lese­rinnen und Leser der Gedanken zum Tag!

„Die Welt aus den Fugen – Betrach­tungen zu den Wirren der Gegen­wart“ lautet der Titel eines Buches des bekannten und inzwi­schen verstor­benen Fern­seh­jour­na­listen Peter Scholl-Latour. Zeit seines Lebens bereiste er viele Länder und Konti­nente und lernte sie kennen. In seinem Buch beschreibt er die poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Entwick­lungen auf dem Globus. Das von ihm Geschil­derte stimmt nicht zuver­sicht­lich. Es hinter­lässt ein mulmiges Gefühl bei dem Versuch, eine Voraus­sage über das Wohl und Wehe der Mensch­heit zu machen. Die Welt scheint in der Tat aus den Fugen geraten zu sein. Die aufschre­ckenden globalen Verän­de­rungen werden durch die Corona-Pandemie und die Klima­krise zusätz­lich beschleunigt.

Die Geburt Jesu Christi vor 2000 Jahren ließ die Welt ebenso aus den Fugen geraten, jedoch in anderer, posi­tiver Weise. Zunächst unbe­merkt in einem kleinen, unbe­deu­tenden Ort namens Betlehem geht Gott auf die Menschen zu. Er wird Mensch als Kind in der Krippe. Nach seiner Kind­heit und Jugend in Naza­reth tritt Jesus öffent­lich auf. Er versteht sich als ein Prophet, als Verkünder einer neuen Welt, die in den Selig­prei­sungen der Berg­pre­digt beschrieben wird:

„…: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmel­reich. Selig die Trau­ernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerech­tig­keit; denn sie werden satt werden. Selig die Barm­her­zigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerech­tig­keit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmel­reich. … .“ (Mt 5,1–12)

Die zitierten Aussagen der Hl. Schrift wurden und werden in der Geschichte des Chris­ten­tums immer nur unvoll­kommen gelebt. Sie machen nichts­des­to­trotz Mut. Genau jene Menschen können zuver­sicht­lich in die Zukunft gehen, die keinen Grund dazu haben. Es hört sich wider­sinnig an: Selig, das heißt glück­lich dürfen jene sein, die traurig, arm und hungrig sind, verfolgt werden und keine Gewalt anwenden. Ihnen ist das Kind in der Krippe von Betlehem beson­ders nah. Ich hoffe und wünsche, liebe Lese­rinnen und Leser, dass Sie nicht nur an Weih­nachten empfinden, dass Gott für jeden Menschen da ist.

Im Namen des Pasto­ral­teams Ihnen allen ein geseg­netes Weih­nachts­fest und trotz oder gerade wegen der vielen Krisen der gegen­wär­tigen Zeit ein gutes neues Jahr 2022!

Ihr Johannes Hammer, Pfr.

 

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