Gedanken zum Tag — 25. Mai 2022 — Mitt­woch der 6. Osterwoche

Vatertag — das Vater­herz Gottes

Als Grund­schul­leh­rerin stellte ich fest, dass es meinen Schü­lern ein Anliegen war, nicht nur zu Muttertag etwas zu schenken, sondern auch an den Vatertag zu denken. So entstand ein Gutschein-Baum für beide Eltern, den es nun im Alltag einzu­lösen gilt: Spül­ma­schine ausräumen, beim Kochen und Einkaufen helfen, Wäsche falten, kuscheln, Zimmer aufräumen usw. Mit unseren Eltern und speziell dem Vater verbinden wir mögli­cher­weise unter­schied­liche Kind­heits­er­fah­rungen, posi­tive und weniger schöne. Wenn ich an meinen fast 92jährigen Vater denke, erin­nere ich mich gern daran, wie er im Urlaub am Strand mit mir ins Wasser ging. Als kleines Mädchen fühlte ich mich an seiner Hand auch bei hohem Wellen­gang voll­kommen sicher.

Auch Gott möchte unser Vater sein, unab­hängig davon, welcher Art unsere Erfah­rungen mit unserem irdi­schen Vater sind. Was macht diesen Vater und sein Vater­herz aus? Wie dürfen wir ihn uns vorstellen?
Im Neuen Testa­ment der Bibel wird uns Gott 200x als Vater vorge­stellt. Wir werden ermu­tigt, in ein vertrautes Verhältnis zu ihm, dem himm­li­schen Vater, zu kommen. “Herr, zeige uns den Vater!”, bat Phil­ippus, einer der engsten Freunde von Jesus, in Joh. 14,8. Und das tut Jesus! Er möchte alle Menschen mit Gott, dem Vater, versöhnen.

In der Geschichte vom verlo­renen Sohn (Lk 15) stellt Jesus uns einen Vater vor, der seinen Sohn in Frei­heit loslassen kann (das fällt mir bei meinen eigenen Puber­tieren zu Hause oft sehr schwer). Geduldig wartet der Vater zu Hause auf die Rück­kehr seines Sohnes, der manchen Fehler auf seinem unheil­vollen Weg machte. Jeder­zeit kann der Sohn in diesem Gleichnis zu seinem Vater umkehren, und dieser nimmt ihn voller Liebe und Verge­bungs­be­reit­schaft in seine Arme. Dieser Vater lässt erahnen, wie auch unser himm­li­scher Vater zu uns steht.

Bei unserem Gott gibt es keine Schwach­stellen, keine Unvoll­kom­men­heit. Er liebt mich mit seiner ewigen Liebe, die nie nach­lassen wird. Er wacht als Vater über meiner Entwick­lung und möchte mich vor Dingen schützen, die mich gefährden oder mir schaden. Darum darf ich ihm erzählen, was mich in den geheimsten Winkeln meines Herzens bewegt, damit er sich darum kümmern kann. Ich muss auch nicht versu­chen, alles zu tun, damit er mich annimmt, denn ich bin im Glauben an Jesus Christus angenommen.

Ich darf auch heute noch als 60jährige Frau an der Hand dieses Vaters gehen (meinen irdi­schen Vater müsste ich jetzt sicher­lich stützen). An der Hand des himm­li­schen Vaters bin ich 100% sicher und geborgen. Manchmal mache ich zu große Schritte oder ich biege falsch ab, und dann falle ich viel­leicht auf die Nase. Aber dann ist da wieder seine Hand, die mich aufrichtet, ermu­tigt und über mich selbst hinausführt.

Eine gute Vater-Zeit als Fami­li­en­vater und gute Erfah­rungen mit dem himm­li­schen Vater!

Gabi Holeweg
(Grund­schul­leh­rerin)

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