Gedanken zum Tag — 31. Juli 2022 — 18. Sonntag im Jahreskreis

Liebe Lese­rinnen und Leser, vertrauen Sie auf Gott?

Ich tue es. Ich glaube, dass Gott mich in meinem Leben begleitet und dafür sorgt, dass die Dinge am Ende gut werden. Das heißt natür­lich nicht, dass es keine Tief­schläge gibt. Und auch ich frage mich in manchen Situa­tionen oder bei manchen Gescheh­nissen, wie Gott so etwas zulassen kann und ob es ihn über­haupt gibt. Und doch spüre ich tief in mir dieses Grund­ver­trauen auf Gott.

Deshalb bete ich auch zu ihm. Vor allem dann, wenn beson­dere Situa­tionen anstehen. Das sind nicht immer ausfor­mu­lierte Gebete. Manchmal gehe ich morgens, nachdem ich meinen Sohn in den Kinder­garten gebracht habe, noch kurz in die Mari­en­kirche, zünde eine Kerze an und setze mich einfach still in eine Bank. Für mich ist das dann so, als würde ich meinen Kopf und mein Herz für Gott öffnen und er sucht sich meine aktu­ellen Sorgen, Nöte und Bitten heraus, ohne dass ich sie gezielt ausspre­chen muss. Gott weiß, was mich bewegt und kümmert sich darum.

Leider klappt das nicht immer. Vor unserem letzten Fami­li­en­ur­laub war ich auch wieder in der Kirche und habe darum gebetet, dass wir gut hin- und zurück­kommen und der Urlaub insge­samt gut verläuft. In dem Moment, wo ich diese Zeilen schreibe, wären wir eigent­lich aus dem Urlaub zurück­ge­kehrt. Statt­dessen befinden wir uns seit einer Woche in soge­nannter häus­li­cher Isola­tion. Nach fast zwei­ein­halb Jahren Pandemie hat uns Corona jetzt auch erwischt. Und zwar direkt alle vier. Unseren Urlaub konnten wir nicht antreten. Das war erstmal ein ziem­li­cher Schock für uns.

Nach Über­win­dung des ersten Schrecks mussten wir dann aber den Tatsa­chen ins Auge blicken. Wir konnten es ja nicht ändern, dass wir den Urlaub nicht antreten durften. Plötz­lich wurden andere Dinge wichtig: Hoffent­lich erkranken wir nicht schwer. Das hat bislang — Gott sei Dank — geklappt. Gibt es eine Möglich­keit, den finan­zi­ellen Schaden abzu­mil­dern? Eine kosten­lose Stor­nie­rung war natür­lich nicht mehr möglich. Aber momentan sieht es so aus, als würde unsere Reise­rück­tritts­ver­si­che­rung, die wir schon lange vor der Pandemie abge­schlossen hatten, hier greifen und uns den Schaden ersetzen. Das nennt man dann wohl Glück im Unglück.

Und das meinte ich damit, als ich eingangs schrieb: Gott sorgt dafür, dass die Dinge am Ende gut werden. Unsere Anliegen werden nicht immer eins zu eins umge­setzt, aber irgendwie kümmert er sich doch darum, dass es letzt­lich nicht allzu schlimm wird.

Zum Abschluss möchte ich noch ein Gebet aus dem alten Gotteslob zitieren, das ich bereits in meiner Kind­heit sehr gerne gelesen habe. Man findet es am Anfang des Pader­borner Anhangs:

„Gebet des Vertrauens
Ich weiß, dass du mein Vater bist, in dessen Arm ich wohl­ge­borgen. Ich will nicht fragen, wie du führst, ich will dir folgen ohne Sorgen.
Und gäbest du in meine Hand mein Leben, dass ich selbst es wende, ich legt mit kind­li­chem Vertraun es nur zurück in deine Hände. Amen.“

Frank Neuhaus
(Gemein­de­mit­glied aus Olpe)

 

 

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